AG Charlottenburg: Zu Schadenersatz nach der Lizenzanalogie und Aufschlag aufgrund fehlender Urheberbenennung

Das AG Charlottenburg hat mit Urteil vom 29.01.2014, Az.: 231 C 520/13 entschieden, dass bei einer unerlaubten Verwendung von urheberrechtlich geschützten Fotos im Internet der geforderte Schadenersatz nach der Lizenzanalogie berechnet werden kann, vgl. § 97 Abs. 2 Satz 2 UrhG. Bei fehlender Urheberbenennung des Fotografen kommt zusätzlich ein 100%iger Aufschlag auf den soeben ermittelten Schadensersatzbetrag in Betracht. Bei der Berechnung der fiktiven Lizenzgebühr griff das Gericht im Rahmen der zulässigen Schätzung nach § 287 ZPO auf die Tabellen der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing (MfM-Tabelle) zurück.

Bei dem Anspruch auf Ersatz der Rechtsanwaltskosten ging das Gericht von einem Gegenstandswert von 6.000,- Euro pro Bild aus. Angesichts der Gesamtumstände des konkreten Falles sei ein derart hoher Gegenstandswert angemessen, da der Beklagte das streitgegenständliche Foto gewerblich genutzt habe.

Rechtsanwalt Matthias Lederer

Rechtsanwalt im Medien- & Urheberrecht, Internetrecht und Wettbewerbsrecht, empfohlener Anwalt bei Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen (Filesharing) in Tauschbörsen